Auf den Spuren der Römer und Dorfleben in Siebenbürgen


Unser heutiges Ziel ist Sălaj, ein nördlich von Klausenburg sich erstreckendes Gebiet, Touristen wenig bekannt und doch so viel bietend.

Wir werden Klausenburg/Cluj am Morgen verlassen und in das Dorf Zimbor fahren. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten hier Rumänen, Ungarn und Juden friedlich miteinander. An die jüdische Gemeinde erinnern heute nur noch ein paar alte Häuser und ihr von der Hauptstraße sichtbare Friedhof, der von den rumänischen Dorfbewohner gepflegt wird. In September 1944 wurden die meisten Juden aus dem nördlichen Teil Siebenbürgens nach Auschwitz und Birkenau deportiert und damals wurde auch die Synagoge in Zimbor zerstört.

Im Dorfzentrum steht das ehemalige Schloß des Grafen Zsombori von dem die Dorfältesten wissen, dass er all sein Geld und seine Residenz beim Kartenspiel verlor. Wir werden auf den rumänischen Friedhof gehen und die orthodoxe Holzkirche besichtigen die in dem 17. Jahrhundert gebaut wurde.

Die Bautechnik ist sehr interessant weil nur Holz als Baumaterial verwendet wurde. Der Innenraum der Kirche bewahrt noch einige Fresken aus dem 17. Jahrhundert. Nach der Kirche besuchen wir eine Familie, die uns gerne ihre Wirtschaft und Lebensweise präsentiert. So wie für die meisten hier lebenden Menschen ist auch für sie die Landwirtschaft Existenzgrundlage. Jeder hat ein paar Schweine, Hühner und Schafe, einige sogar eine Kuh und ein Pferd. Der Gemüse- und Obstgarten gehören selbstverständlich zu jeder hiesigen Wirtschaft. Die Pflaumenbäume, die die Hänge rund um das Dorf bewachsen, liefert nicht nur den Rohstoff für den Schnaps, der zu den besten im Land zählt, sondern bieten auch eine schöne Wanderkulisse und gute Aussichtspunkte. Wir werden zu unseren Gastgebern zurückkehren und traditionelles, aus selbstproduzierten Zutaten, genießen.

Nach dem Mittagessen werden wir in die kleine Stadt Jibou fahren. Hier werden wir eine interessante Geländeformation sehen, die aus einer Vielzahl von Sandsteinen besteht und Drachengarten genannt wird. Jeder Stein hat seine Legende: von Drachen, die die Sonne gestohlen haben, Feen, die mit tapferen Rittern gekämpft haben, Prinzessinnen, die verfluchtet wurden und sich in Steinen verwandelt haben. Wir werden die Chance nutzen und in diesem Naturschutzgebiet wandern, um diese spektakulären Formationen zu bewundern.

Am Nachmittag werden wir unseren heutigen Höhepunkt erreichen. Die mächtigste Befestigungsanlage in dem nordöstlichen Teil des Römischen Reiches wurde in der Zeit des Kaisers Hadrian im 2.Jh. n.Chr gebaut und hatte eine Fläche von mehr als 15 Hektar. Wir werden die alten Befestigungsanlagen sehen zusammen mit Teilen des Amphitheaters, des Tempels und die römische Nekropole.
Am Abend werden wir nach Klausenburg/Cluj zurückkehren.