Goldbach und Tannendorf – eine Geschichte von Römer, Goldminen und großen Geheimnisse


Westgebirge/Munţii Apuseni ist ein Sammelbegriff für mehrere Gebirge der Westkarpaten, die alle weniger als 1900m hoch sind, weitgehend bewaldet, überwiegend aus Kalkgestein und reich an Bodenschätzen. Gold und Silber dieser Berge haben schon immer das Interesse mächtiger Nachbarn auf sich gelent, so daß neben der bodenständigen rumänischen Bevölkerung immer wieder auch Fremde nach Gold suchten und es fanden.

Die ersten in die Geschichte eingegangenen waren die Römer, deren Spuren heute noch sichtbar sind. Ihnen folgten die Ungarn, die Habsburger und die Liste bleibt offen. In den letzten Jahren hat sich ein kanadisches Unternehmen sehr darum bemüht, die Anfang der neunziger Jahre aufgegebene Goldgewinnung wieder aufzunehmen. Das hat heftige Debatten, ja sogar Proteste verursacht.

Um die goldene Seite des Bergbaues geschichtlich kennenzulernen und den heutigen Stand zu erfahren, verlassen wir morgens Klausenburg und fahren in das goldreiche Herz des Westgebirges, nach Roşia Montana. Die konfessionell unterschiedlichen Kirchen des Ortes und die großen Privat- und Verwaltungsgebäude zeugen von einem gewesenen Wohlstand. Ihr Zustand jedoch läßt Fragen über Gegenwart und Zukunft des Ortes und der Region aufkommen. Antworten können wir aus erster Hand bekommen, indem wir uns während einer Wanderung in der nahen Umgebung mit Einheimischen unterhalten. Auch einen Teil der römischen Stollen können wir besichtigen.

Auf der Rückfahrt nach Klausenburg machen wir einen Abstecher in das Dorf Scărișoara und besichtigen die Eishöhle. Die jüngste Eiszeit liegt zehntausend Jahre zurück und kann berechtigt glauben, daß in Abwesenheit entsprechend hoher Gebirge die Gletscher auf dem Gebiet Rumäniens für immer verschwunden sind. Doch in der Höhle von Scărișoara, die man nach einem Abstieg in einen 40m tiefen Schacht erreicht, lebt der letzte Gletscher des Landes.
Am Abend werden wir in Klausenburg/Cluj ankommen.