Maramureș – Das Holzparadies der Karpaten


Die heutige Fahrt wird uns in die Maramuresch/Maramureș führen, eine der traditionsreichsten Regionen des Landes. Sie ist sehr gut bekann,t insbesondere wegen der Holzkultur und den vielen Ethnien, die hier seit vielen Jahrhunderten leben. Jedes Haus und jede Kirche wurden hier aus Holz gebaut. Heute noch ist Holzschnitzerei ieine der beliebtesten Berufe in diesem Gebiet. Fast jedes Haus hat einen eigenes Holztor, Webstuhl und eine kleine Bank, auf der die Menschen nach getaner Arbeit oder an Feiertagen sitzen, um den neusten Klatsch herauszufinden, Karten zu spielen oder zu spinnen.

Von Klausenburg/ Cluj fährt man über zwei Stunden bis Baia Mare, dem Verwaltungszentrum des Landkreises Maramuresch.
Vor dreißig Jahren gehörte Baia Mare noch zu den wohlhabendsten Städten in Rumänien, wegen den vielen Gold- und Kupfer und der damit verbundenen Industrie. Wir werden Frauenbach/Baia Mare verlassen, um unser erstes Ziel zu erreichen: die Holzkirche in Surdești. Sie war bis vor ein paar Jahren die Kirche mit dem höchsten Turm in Maramureș. Das Kircheninnere ist von einer seltenen Einfachheit und Schönheit. Die Teppiche und die Handtücher an den Wänden lassen an die gute Stube der Bauernhäuser denen, die religiösen Malereien stellen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar, so das Leben und Wirken des Propheten lias und das Jüngste Gericht. Die noch immer als Gotteshaus genutze Kirche wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe bewertet.

Über den Gutin Pass erreichen wir Sighetul Marmației. Die kleine Stadt ist sehr kosmopolitisch, hier wohnen Rumänen, Juden, Ungarn, Deutsche, Zigeuner und Ukrainer zusammen seit Jahrhunderten. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die jüdische Gemeinde die größte der Stadt, sie hatte viele Synagogen, Gemeindehäuser und Friedhöfe. Die meisten von ihnen wurden zerstört und der größte Teil der Gemeinde wurde in die Vernichtungslager deportiert.

In der Stadt befindet sich das einzige Museum des Landes, das sich mit der kommunistischen Vergangenheit auseinandersetzt. Das Museum der Opfer des Kommunismus und des Widerstandes gegen den Kommunismus wurde nach 1990 in jenem Gefängnisgebäude eingerichtet, in dem nach 1948 die wichtigsten Politiker und Staatsmänner der Zwischenkriegszeit unter unmenschlichen Bedingungen ihre letzten Lebensjahre verbringen mußten

Zwanzig Kilometer westlich von Sighet liegt das weltweit bekannte Dorf Săpânţa. Vor etwa achtzig Jahren kam der im Ort lebende junge Holzschnitzer Ioan Stan Pătraş auf den Gedanken, die Grabkreuze auf eine besondere Art zu gestalten. Er schnitzte auf beide Seiten repräsentative Szenen aus dem Leben der Verstorbenen, schrieb darunter mit Farbe einen Text in Ichform als Zusammenfassung dessen Lebens und malte das ganze in einfachen, kräftigen Farben. Die Idee machte im Dorf Schule und den Friedhof weltweit bekannt, zumal er zumindest in Rumänien einmalig ist.

Am Abend werden wir zurück nach Klausenburg/Cluj fahren.